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Villa Kolbe

Pressemitteilung zum Thema

Bürgerforum/Grüne/SPD gegen reinen Schnäppchenkauf der Villa Kolbe

Die Absicht der Radebeuler Stadtverwaltung, die ruinöse „Villa Kolbe“ zu übernehmen, stößt bei der im Stadtrat vertretenen Fraktion Bürgerforum/Grüne/SPD auf große Skepsis. „Natürlich ist es wünschenswert die Villa Kolbe für Radebeul zu erhalten. Allerdings wird dies ohne Nutzungskonzept ein einziges großes Groschengrab werden“, fürchtet die Fraktionsvorsitzende Eva Oehmichen, „denn die Stadt wird darauf sitzen bleiben und damit in der Zukunft immense Lasten zu tragen haben.“ Wenn bereits das Finanzamt einem privaten Investor ins Stammbuch schreibt, dass eine denkmalgerechte Sanierung wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit reine Liebhaberei sei, „wieso soll das dann bei einer Kommune, die das Geld der Steuerzahler ausgibt, besser laufen?“, fragt sie rhetorisch.

„Günstiger als mit dem von den jetzigen Eigentümern errechneten Bedarf von mindestens sechs Millionen Euro wird es auch der Steuerzahler nicht hinbekommen“, mutmaßt ihr Fraktionskollege Oliver von Gregory. Ihn treibt die Aussage in der Beschlussvorlage um, dass die Stadt kein eigenes Nutzungsinteresse an der Villa hat, nur eine Notsicherung vornehmen und die Villa später wieder verkaufen will. „So mag ein Multimillionär handeln, aber doch keine Kommune, die nach der Sächsischen Gemeindeordnung verpflichtet ist, wirtschaftlich und sparsam mit dem ihr anvertrauten Steuergeld umzugehen.“

Daher fordert von Gregory im Stadtrat, die Zeit zu nutzen und gutachterlich festzustellen, womit die Stadt Radebeul rechnen muss, wenn sie die Villa nur notdürftig repariert, um den weiteren Verfall zu stoppen. Auch der Denkmalpflege solle auf den Zahn gefühlt werden, was konkret an Zuschuss zu erwarten sei, wenn die Stadt die Sanierung angeht. Ein einfaches Greifen nach dem Schnäppchen, ohne zu wissen, was es den Radebeuler Steuerzahlern in der Folge kosten kann, sei grob fahrlässig und widerspreche dem Gebot der sparsamen und vorausschauenden Haushaltsführung. „Einen weiteren Fehler wie beim Kauf des alten E-Werk im Lößnitzgrund kann sich die Stadt nicht leisten, nicht angesichts jener 20 Millionen Euro, die im Haushalt nicht gesichert sind für die dringend erforderliche Sanierung der Schwimmhalle, den Bau der Oberschule Kötzschenbroda, den Hort Oberlößnitz oder das neue Stadtarchiv“, sagt von Gregory.

Hintergrund

Die Zinzendorf 16 GbR, im Besitz von Michael Walter, Ulrich Saniter und Peter A. Jäger ist Eigentümer der Villa Kolbe seit vielen Jahren. In einem Schreiben an die Stadt vom 1. März 2024 bezeichnen die drei ihre Bemühungen als „endgültig gescheitert“, ihr Projekt zu realisieren. Es beinhaltete die denkmalgerechte Sanierung der Villa sowie einen Neubau, um das Projekt rentierlich zu machen. Doch der Denkmalschutz schloss einen Neubau aus, es wurde jahrelang geklagt und gegen geklagt. Nach verschiedenen Verhandlungen mit anderen Investoren ziehen sie in einem Schreiben an die Stadtverwaltung als Fazit: „Unter den gegebenen Umständen ist selbst bei großzügiger finanzieller Unterstützung durch Denkmalgelder eine Wirtschaftlichkeit ausgeschlossen.“ An anderer Stelle geben sie ihrer Enttäuschung Ausdruck:

Nicht zuletzt verneine das Finanzamt Dresden eine Gewinnerzielungsabsicht und gehe von Liebhaberei aus. Dies schließt laut Eigentümer eine Bankenfinanzierung aus. Deshalb sehen sie „nur die Möglichkeit, das Grundstück der Stadt Radebeul oder dem Land Sachsen zu schenken.“ Rund zwei Millionen Euro Verlust würden sie abschreiben.

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